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 28.09.2020
 Bundesweiter Aktionstag Glücksspielsucht
Der Glücksspielmarkt wächst – der Spielerschutz bleibt auf der Strecke!
  
 Pressemitteilung der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW

Bielefeld, den 28. September 2020 Am 30. September 2020 findet der bundesweite Aktionstag Glücksspielsucht statt. In diesem Jahr geht es in NRW schwerpunktmäßig um die Verluste der Glücksspielerinnen und -spieler in Spielhallen und gastronomischen Betrieben. [...]
  
 Die Zahlen sind ernüchternd: So wurden in Köln im Jahr 2019 beispielsweise rund 104,7 Mio. € an Geld-spielgeräten verspielt. In Dortmund waren es 57 Mio. € und in Duisburg 51,9 Mio. €. Selbst in der nur 34.000 Einwohner zählenden Stadt Steinfurt landeten 2,8 Mio. € in den Spielautomaten(1).

Automatenspiele sind das suchtrelevanteste Glücksspiel, das macht diese Zahlen so alarmierend. Rund 60-70 Prozent der Umsätze in Spielhallen stammen von Menschen, die Probleme mit dem Glücksspielen haben. Automatenspiele sind längst nicht mehr nur im terrestrischen Bereich (Spielbanken, Spielhallen, Gaststätten) verfügbar. Unzählige illegale Onlineglücksspielangebote sind auf dem Markt. Die Suchtgefahr ist hier noch einmal potenziert, sagt Ilona Füchtenschnieder, Leiterin der LK Glücksspielsucht NRW: „Man kann hier 24 Stunden rund um die Uhr zocken. Es gibt keinerlei Kontrolle!“

Umso mehr erfüllt es die Suchthilfe mit Sorge, dass ausgerechnet virtuelle Automatenspiele ab Juli 2021 großzügig liberalisiert werden. Und schon ab dem 15. Oktober diesen Jahres wird ein Großteil dieser bisher illegalen Glücksspielangebote durch eine Duldung von einem Tag auf den anderen zu einem lega-len Angebot. Dadurch werden Unternehmen, die die deutsche Gesetzgebung jahrelang ignoriert haben, belohnt.

Ilona Füchtenschnieder rechnet zudem damit, dass auch einheimische Automatenunternehmen ab Mitte Oktober vorzeitig ihre Automatenspiele (Slot Machines) online anbieten werden. All dies passiert, ohne dass die geplante zentrale Aufsichtsbehörde existiert. Sie wird frühestens 2023 ihre Arbeit aufnehmen. Auch die technischen Voraussetzungen für die Einführung der spielformübergreifenden bundesweiten Sperrdatei sowie für die Kontrolle der Limitierung der monatlichen Einsätze fehlen bislang völlig. Das Thema des diesjährigen Aktionstages kann also treffender nicht sein.

Auch in diesem Jahr beteiligen sich trotz Corona Mitarbeitende der Suchthilfe und Ehrenamtliche aus NRW mit vielfältigen Aktionen am Aktionstag. Sie weisen auf die hohen Suchtgefahren hin, die von Glücksspielen ausgehen, thematisieren die gravierenden Folgen und fordern von der Politik mehr Einsatz für den Spielerschutz.

Dabei geht es auch darum, den knapp 100.000 problematisch und pathologisch Glücksspielenden in NRW und ihren oft stark belasteten Angehörigen eine Stimme zu geben. Die Glücksspielsucht hat gravierende Folgen: hohe Schulden, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Wohnung, Zusammenbruch der Familie und häufig auch Selbstmordversuche.

In NRW gibt es ein breit aufgestelltes Hilfesystem für Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen. Über die Webseite der LK Glücksspielsucht NRW können die-se Angebote leicht gefunden werden.

Wir laden alle Pressevertreterinnen und -vertreter herzlich ein, die Aktionen am bundesweiten Aktionstag Glücksspielsucht zu besuchen und mit den Veranstalterinnen und Veranstaltern vor Ort über das Thema zu sprechen. Sie treffen dort auf fachkundige Gesprächspartnerinnen und -partner.

Wann: 30. September 2020

Was und wo: Eine Liste mit den einzelnen Aktionen finden Sie hier: » Link zur Quelle

Die LK Glücksspielsucht NRW unterstützt das für Gesundheit zuständige Ressort des Landes NRW bei der Entwicklung und Umsetzung glücksspielsuchtspezifischer Maßnahmen. Sie berät Einrichtungsträger und koordiniert Maßnahmen und Angebote auf Landesebene. Die LK Glücksspielsucht wurde im Jahr 2002 gegründet und wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

(1) Erhoben hat die Zahlen der Arbeitskreis gegen Spielsucht in Unna, der diese Untersuchung alle zwei Jahre durchführt. Anlässlich des diesjährigen Aktionstages veröffentlicht er für ausgewählte Städte exklusiv die Ergebnisse seiner Untersuchung zu „Geldspielgeräten in Spielhallen und Gaststätten in NRW“. Ausgewählt wurden die Städte, in denen es landesgeförderte Suchtberatungsstellen mit dem Schwerpunkt Glücksspielsucht gibt. Die detaillierten Zahlen für alle Städte finden Sie hier: » Link zur Quelle
 
  
 
 
  




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