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Neues aus der Glücksspielforschung: Digitalisierung und süchtiges Verhalten – Ein Update

Datum: 03.12.2021
Referenten: Tim Brosowski

Dieses Seminar wird als Videoseminar mit dem Programm Zoom veranstaltet. Angemeldete Personen erhalten in einer gesonderten E-Mail weitere Informationen. NatĂŒrlich können Sie sich auch unabhĂ€ngig davon jederzeit mit Fragen an uns wenden.

Abstract:
Technologischer Fortschritt, das Internet und Digitalisierung sind aus unserer Lebens- und Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Über 85 % der deutschen Bevölkerung nutzten im Jahr 2019 das Internet zumindest ab und zu, unter SchĂŒlerinnen und SchĂŒler lag der Anteil gar bei 99 %. Etwa drei von vier Personen nutzten das Internet ĂŒber mobile EndgerĂ€te wie Smartphones. Das monatliche Datenvolumen des weltweiten Internetverkehrs im Festnetz wĂ€chst exponentiell und hat sich allein in den letzten fĂŒnf Jahren etwa vervierfacht. Online-Shopping, Kommunikationsdienstleistungen, virtuelle RealitĂ€ten, personalisierte Internetsuche, Tele-Medizin oder Streaming-Angebote bestimmen mittlerweile den Alltag sowie das Freizeit- und Konsumverhalten in einer Weise, die noch vor einigen Jahren unvorstellbar gewesen wĂ€re. Digitale ArbeitsplĂ€tze, Filterblasen, Fake-News, YouTube-Stars mit großer Reichweite („Influencer“) und klassische Leit- und Printmedien mit schwindendem Einfluss stellen nur einige der zukĂŒnftigen Herausforderungen an unsere zunehmend individualisierte und heterogene Gesellschaft dar.
Auch der Gegenstand der GlĂŒcksspielsucht blieb von den technologischen und gesellschaftlichen UmwĂ€lzungen der letzten Jahre nicht unberĂŒhrt. Ab 2021 soll ein neuer Staatsvertrag in Deutschland den Schutz der Bevölkerung erleichtern, die im Internet auf inzwischen ĂŒber 4.000 Web-Seiten GlĂŒcksspielprodukte wie Casino- oder Automatenspiele, Sportwetten, Poker, Bingo oder Lotterieprodukte an sieben Tagen in der Woche und zu jeder Tages- und Nachtzeit nutzen kann, ohne auch nur das Haus verlassen zu mĂŒssen.
Gleichzeitig erschweren jedoch Innovationen auf der Produktseite wie die „Gamblification“ (GlĂŒcksspielelemente in Videospielen) und die „Gamification“ (Aufnahme zusĂ€tzlicher Geschicklichkeitskomponenten in klassische GlĂŒcksspiele) die prĂ€zise Unterscheidung fĂŒr Nutzerinnen und Nutzer, PrĂ€ventions- und Beratungseinrichtungen sowie Regulierungsbehörden. Prominente Beispiele hierfĂŒr sind unter anderem „Lootboxen“ (Beutekisten mit virtuellen GĂŒtern und zufĂ€lliger Zuteilung in Videospielen) oder die Möglichkeit des GlĂŒcksspiels mit virtueller WĂ€hrung innerhalb von Demoversionen, Videospielen, Apps oder sozialen Netzwerken („Simuliertes GlĂŒcksspiel“). Virales Marketing fĂŒr derartige Produkte durch Live-Streams von Youtube-Stars und zielgerichtete Ansprache durch algorithmisierte Werbung („Targeting“) korrumpieren zunehmend das Ideal einer informierten und selbstbestimmten Konsumentscheidung, insbesondere bei vulnerablen Personenkreisen. Normalisierung von GlĂŒcksspielinhalten und erschwerte Selbstkontrolle sind nur einige der möglichen Folgen.
Ziel der Veranstaltung ist es, anhand ausgewĂ€hlter Produktbeispiele einen Überblick ĂŒber die Herausforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung fĂŒr die GlĂŒcksspielsuchtberatung zu geben und gemeinsam Pro und Contra alltagspraktischer Hilfestellungen in Beratung und PrĂ€vention zu diskutieren, wie etwa Sperroptionen, Einzahlungslimits, FrĂŒherkennung, Beteiligungsgrenzen oder kontrollierten Konsum.

Termin: 03.12.2021, 09:00 - 12:30 Uhr

Teilnahmepunkte fĂŒr landesgeförderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in NRW: 2

TeilnahmegebĂŒhr: Die Teilnahme ist fĂŒr Personen aus NRW kostenfrei. FĂŒr Personen außerhalb von NRW betrĂ€gt die GebĂŒhr 20 €. Bitte ĂŒberweisen Sie den Betrag vor der Veranstaltung auf folgendes Konto:
Drogenberatung e.V./GlĂŒcksspielsucht
Sparkasse Bielefeld
IBAN: DE94 4805 0161 0072 2543 78
BIC: SPBIDE3BXXX

Referent: Tim Brosowski (Dipl. Psych., Uni Bremen)

Veranstaltungform: Online-Seminar (mittels Zoom)

Zielgruppe: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem sozialen Bereich / Suchtberaterinnen und Suchtberater / Selbsthilfe Beratungslehrerinnen und -leher / Schulpsychologinnen und -psychologen / Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter

 
 
  




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