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Seminar 10: Achtung Doppelveranstaltung! Teil 1: Psychische Belastung von Geflüchteten in Deutschland, Teil 2: Traumatisierungen bei pathologisch Glücksspielenden

Datum: 21.11.2017
Referenten: Eike Leidgens und Dr. Monika Vogelgesang

Teil 1: Psychische Belastung von Gefl√ľchteten in Deutschland

Weltweit haben die Themen Migration und Flucht, durch die aktuelle Ausweitung der geopolitischen Kriege und Konflikte und dem damit einhergehenden starken Anstieg der Fl√ľchtlingspopulation, im-mens an Bedeutung gewonnen. Seit dem ‚ÄěWillkommens-Sommer 2015‚Äú bestimmt das Thema auch in Deutschland die politische und gesellschaftliche Debatte. Mit dem anschlie√üend aufbl√ľhenden Rechtspopulismus und der folgenden politischen Kehrtwende wandelte sich die anf√§ngliche √úberforderung der Beh√∂rden zur Krise des Fl√ľchtlingsschutzes.

Viele Gefl√ľchtete haben in ihren Herkunftsl√§ndern und auf der Flucht schwere traumatische Erfahrungen gemacht. Dazu geh√∂ren unter anderem Kriegserfahrungen, Verfolgung, Folter, Vergewaltigungen, Tod, gewaltt√§tige Angriffe, Entf√ľhrungen und Misshandlungen. Aber auch in Deutschland k√∂nnen viele immer noch nicht zur Ruhe kommen: Fremdenfeindlichkeit, lange Asyl- und Gerichtsverfahren, belastende Beh√∂rdenkontakte, Sorge um Angeh√∂rige, ungewisse Zukunftsperspektive, schlechte Unterbringung, drohende Abschiebungen und vieles mehr belasten die Psyche zus√§tzlich. In vielen F√§llen kommt es dadurch zum Ausbruch oder zur Chronifizierung von traumareaktiven St√∂rungen.

Auf vielen Ebenen, nicht zuletzt durch den eingeschr√§nkten Zugang zu Gesundheitsleistungen, sind f√ľr Gefl√ľchtete damit Bedingungen geschaffen, welche die Entwicklung von Abh√§ngigkeiten beg√ľnstigen. Der Vortrag soll die Vulnerabilit√§ten und Ressourcen der absolut heterogenen Gruppe der Gefl√ľchteten aufzeigen, f√ľr den Einzelfall sensibilisieren und Ankn√ľpfungspunkte f√ľr die Entwicklung von Pr√§ventions- und Interventionsprogrammen bieten.

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Teil 2: Traumatisierungen bei pathologisch Gl√ľcksspielenden

Pathologisch Gl√ľcksspielende weisen in der Vorgeschichte eine erh√∂hte Rate an k√∂rperlichen Misshandlungen auf, hinzu kommt bei Frauen eine sehr hohe Quote an sexuellen Traumatisierungen, wo-bei in der Kindheit sexuell viktimisierte auch sp√§ter deutlich h√§ufiger Opfer sexueller Gewalt werden.
Als direkte Folge der traumatischen Erfahrungen entwickeln sich Posttraumatische Belastungsstörungen und andere Angststörungen, aber auch Persönlichkeitsstörungen mit emotionaler Instabilität, depressive Störungen und weitere psychische Auffälligkeiten.
Das Gl√ľcksspielen hat nicht selten die Funktion, von Symptomen, die mit dem Trauma entweder direkt oder √ľber eine Folgeerkrankung assoziiert sind, wie zum Beispiel sich aufdr√§ngenden schmerzlichen Erinnerungen und als unertr√§glich empfundenen Gef√ľhlen, abzulenken. Dabei erfolgt eine Hyperfo-kussierung auf das Spielgeschehen, das die Betroffenen glauben durch geschickte Man√∂ver beeinflus-sen zu k√∂nnen.
F√ľr die Zeit des Spielens wird Entlastung erlebt, danach geht es den Betroffenen jedoch noch schlechter als zuvor, da andere Verpflichtungen vernachl√§ssigt wurden und dringend ben√∂tigtes Geld verloren wurde. In einem Teufelskreis verst√§rkt sich der Wunsch Entlastung aus dieser Misere im Zustand des Gl√ľcksspielens zu finden, weshalb Aktivit√§ten, nicht selten auch illegale, in Gang gesetzt werden, um schnell an Geld zu kommen, mit dem wieder gespielt werden kann.
Die Attraktivit√§t des Gl√ľcksspielens erh√∂ht sich insbesondere f√ľr Frauen dadurch, dass sie die Spielsalons oft als sicheren Ort betrachten, an denen ihnen keine Gewalt angetan wird.
Neben einer Vermittlung von Einsicht in die Notwendigkeit einer nachhaltigen Gl√ľcksspielabstinenz wird mit den pathologischen Gl√ľcksspielenden in der Therapie die individuelle Funktionalit√§t ihrer Symptomatik analysiert und es werden darauf aufbauend Therapiema√ünahmen etabliert, zu denen, im Falle stattgehabter Traumatisierungen, auch traumatherapeutische Vorgehensweisen geh√∂ren sollten.

Termin: 21.11.2017, 09.45 ‚Äď 17.00 Uhr

Teilnahmegeb√ľhr: 25 ‚ā¨ f√ľr Teilnehmende aus NRW / 50 ‚ā¨ f√ľr Teilnehmende au√üerhalb von NRW (incl. Pausenverpflegung, Geb√ľhr wird vor Ort entrichtet)

Referierende: Eike Leidgens (Medizinische Fl√ľchtlingshilfe Bochum e.V.)
Dr. Monika Vogelgesang (Chef√§rztin AHG Klinik M√ľnchwies)

Veranstaltungsort: Jugendherberge Köln-Deutz
Siegesstr. 5
50679 Köln

Anreise: http://www.jugendherberge.de/Jugendherbergen/Koeln-Deutz450/Anreise

Zielgruppe: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem sozialen Bereich / Suchtberaterinnen und Suchtberater / Lehrerinnen und Lehrer / Schulsozialar-beiterinnen und -arbeiter / Schuldnerberaterinnen und -berater / Bewährungshelferinnen und -helfer etc.

 
 
  




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